Bachelorstudium Sprachwissenschaft

Studienkennzahl: 033 667 [Version 2016]

Studiendauer:     6 Semester (Regelstudienzeit)
Umfang:             180 ECTS, davon 60 ECTS aus Erweiterungscurricula
Abschluss:          BA (Bachelor of Arts)

Das Bachelorstudium Sprachwissenschaft kann im Winter- und im Sommersemester begonnen werden. Im ersten Semester ist die Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) zu absolvieren, gefolgt von Pflichtmodulen und einem alternativen Pflichtmodul. Im Laufe des Studiums müssen zwei Bachelorarbeiten geschrieben werden.

Zulassungsvoraussetzungen:

  • Reifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung
  • Lateinkenntnisse (falls Latein nicht bereits in der AHS im Ausmaß von mindestens 10 Wochenstunden absolviert wurde, muss vor der letzten Prüfung des BA-Studiums eine Zusatzprüfung aus Latein absolviert werden)
  • Die Kenntnis von Englisch ist für das Studium absolut notwendig, da ein Großteil der Literatur in dieser Sprache verfasst ist und auch Lehrveranstaltungen auf Englisch angeboten werden.
  • Die Kenntnis weiterer Fremdsprachen ist erwünscht.

Allgemeine Informationen zur Zulassung an der Universität Wien finden Sie hier.

Fragen zur Zulassung richten Sie bitte an das Referat Studienzulassung der Universität Wien (bachelor.zulassung@univie.ac.at).

Ziel, Inhalte und Schwerpunkte des BA-Studiums

Das Ziel des Bachelorstudiums Sprachwissenschaft an der Universität Wien ist eine umfassende Einführung in die verschiedenen Bereiche der Sprachwissenschaft. Die Wahlmodule ‚Methoden der angewandten Sprachwissenschaft’ und ‚Methoden der Psycho- und Patholinguistik’ bieten eine berufsorientierte Teilspezialisierung in diesen Anwendungen. Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums Sprachwissenschaft an der Universität Wien sind befähigt, theoretisch fundierte Sprachanalysen in den verschiedenen Anwendungsbereichen der Disziplin durchzuführen.

Der Studieninhalt umfasst u.a. folgende wichtige Teilbereiche:

  • Lautstruktur (Phonologie)
  • Wortstruktur (Morphologie)
  • Satzstruktur (Syntax)
  • sprachliche Bedeutung (Semantik/Pragmatik)
  • sprachliche Einheiten und ihre Verwendung in verschiedenen Kontexten (Diskursanalyse/Pragmatik)
  • Sprache im gesellschaftlichen Kontext (Soziolinguistik)
  • Sprach/en/politik und Sprachplanung
  • Erstspracherwerb (Psycholinguistik)
  • Zweitspracherwerb und Sprachenlernen (Psycholinguistik, Sprachlehr- und Sprachlernforschung)
  • Sprachauffälligkeiten und -störungen (Patholinguistik, klinische Linguistik)
  • Sprache und Gehirn (Neurolinguistik)
  • Sprachwandel (diachrone Linguistik)
  • vergleichende Sprachwissenschaft und Typologie

Für die Sprachwissenschaft gibt es kein spezifisches Berufsbild. Die im Studium erworbenen analytischen Fähigkeiten können in einer großen Anzahl von Berufen eingesetzt werden. Je nach Schwerpunktbereich ergeben sich für AbsolventInnen verschiedene Möglichkeiten:

  • Linguistische Berufe an Universitäten und Fachhochschulen: Hochschullehrer*innen
  • Berufe mit klassischen Arbeitsschwerpunkten der angewandten Sprachwissenschaft:
    • Sprachdidaktische Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen
    • Sprachlehrforschung und Sprachlernforschung
    • Erst-, Zweit-, Fremdsprachenerwerb, Schrifterwerb, Alphabetisierung, Literacy (Lese/Schreibförderung), Sprachstandserhebung, Sprachentwicklungsdiagnostik, Sprecherziehung/Logopädie
    • Linguistische Forschung und Lehre zu Unterrichtskommunikation
    • Gesprächstraining, Verbesserung von Gesprächskompetenz
    • Sprachförderung und Sprachbetreuung von Asylbewerber*innen und Flüchtlingen
  • Schreibberatung und Schreibtraining in spezifischen Berufen (u.a. im Hochschulbereich)
  • Schulbuchforschung, Verlagswesen (Schulbuchverlage, Lektorat, Korrektorat), Bibliothekswesen
  • Mit interkultureller Kommunikation und interkultureller Mediation befasster Berufe
  • Klinische Linguistik (Diagnostik u. Therapie sprachlicher Störungen/Rehabilitation) und Berufe im Gesundheitswesen (spezialisiert auf medizinische und Pflegekommunikation)
  • Sprachberatung zu Grammatik, Rechtschreibung, Aussprache, Sprachnormierung, Sprachstandardisierung, Spracherhalt
  • Berufe mit Fokus auf Fachsprachen (z.B. Wissenschaftskommunikation, technische Kommunikation), Terminologiearbeit, Lexikographie (einschließlich Toponomastik)
  • Berufe mit Fokus auf Text- und Medientechnologien, Sprachdokumentation (Bildung und Verwaltung großer digitaler Textkorpora), Mediennutzungskompetenz, Usability- und Verständlichkeitsforschung, Computerlinguistik und Korpuslinguistik (Sprachprogrammierung, automatisierte Sprachverarbeitung und Sprachgenerierung), Softwareentwicklung
  • Berufe mit Fokus auf Kommunikationsberatung in der Wissenschaftskommunikation, Unternehmenskommunikation, Werbekommunikation, PR-Arbeit
  • Forensische Linguistik: Erkennung von Täter*innen durch Sprachprofiling/Schallanalyse, Expertisen zu Beleidigung und Plagiat, Gutachter*innen bei Gericht usw.
  • Berufe in öffentlichen Bildungseinrichtungen im Rundfunk und Fernsehen
  • Politische Sprachberatung, Beratung zu Sprach(en)politik, Mitwirkung an Sprachplanung
  • Linguistische Geschlechterforschung (Beratung zu geschlechtergerechtem Formulieren)
  • Kunstkommunikation (Mitgestaltung von Interaktion in Ausstellungen und Audioguides)